Walliser Maler · Schule von Savièse
Sion, 1878–1940
Ein moderner Primitiver: der Zeitgenosse des Kubismus, der das Quattrocento wählte, um die bäuerliche Welt des Val d'Hérens zu malen.

Die These
Raphy Dallèves (1878-1940) ist der eigenwilligste der Walliser Maler der Schule von Savièse. In Paris ausgebildet (Académie Julian, dann École des Beaux-Arts, 1899-1905) und geprägt von den italienischen Sälen des Louvre, entwickelte er zwischen 1901 und 1905 eine „primitivistische" Bildsprache, die die lineare Eleganz des Jugendstils mit der Tempera der Quattrocento-Primitiven verband. Seine alten Spinnerinnen, seine Frauen aus Évolène in Tracht, seine Ziegen in der Dämmerung sind keine Folklore: sie sind, mit Buzzinis Worten, „das Memorial und das Wappenbuch einer Volksart".
„Ein moderner Primitiver." Frédéric Elsig, 1999
Eine erste klare, transparente Manier, aus dem Aquarell entwickelt.
Härtere Linie, Gold und Anklänge an die Primitiven: Botticelli, Fra Angelico.
Vereinfachung der Volumen, Weite, Ruhe der grossen Kompositionen.
Eine strengere, helvetischere Manier: Holbein ersetzt Italien.
Galerie
Reproduktionen nach dem Katalog von Frédéric Elsig (1999). Werke gemeinfrei (der Künstler starb 1940). Hochauflösende Fotografien der Originale werden diese Galerie ergänzen. Zum vollständigen Werkverzeichnis (61 Werke) →
Der europäische Kontext
Die bewusste Rückkehr zu den „Primitiven" durchzieht ganz Europa um die Jahrhundertwende. Dallèves gehört ganz dazu.
Leben



Das Vermächtnis
Bei seinem Tod 1940 vermachte Dallèves den Grossteil seines Werks (rund zweihundert Stücke) Sion und dem Wallis. Dieser Bestand wurde zum Kern des 1947 eröffneten Kunstmuseums von Sion. Danach geriet der Maler, mit Elsigs Worten, in „relative Vergessenheit". 2028 jährt sich seine Geburt zum 150. Mal. Der Moment, zu vollenden, was begonnen wurde.
Einem modernen Primitiven das Licht zurückgeben, das er dem Wallis schenkte.
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2028 jährt sich Raphy Dallèves' Geburt zum 150. Mal. Hinterlassen Sie Ihre Adresse, um über Ausstellungen, Publikationen und Neuigkeiten zu seinem Werk informiert zu werden.
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Presse & Ressourcen
Pressemappe, Datenblatt, hochauflösende Bilder und die Referenzmonografie stehen zur Verfügung.
Die Referenz
Das Standardwerk bleibt die Monografie von Frédéric Elsig, Raphy Dallèves. Un primitif moderne (Éditions du Verseau, Denges, 1999), die den Katalog und die hier übernommene Lesart in vier Phasen begründet. Sie knüpft an die erste Monografie von Louis Buzzini (1941) an.